Miggi und Dolly
Miggi und Dolly

Bybye Mauzi 22.07.2016

Seit Wochen, ja Monaten hat sich Mauzis Hinken schleichend verschlechtert. Anfangs dachte ich, es liegt am Wetter oder er sich eine Zerrung geholt. Doch als er dann sein Pipi nicht mehr ins Kistchen machte und es immer schlimmer wurde mit seinem Hinken machte ich mir grosse Sorgen.

Mauzi liess sich nach 5 Jahren immer noch nicht aufheben. Streicheln liebte er wenn ich mich zu ihm hinlegte und auf dem Bett oder auf dem weichen Teppich wo er im Katzenzimmer oft lag, liess er sich zumindest gerne ganz sanft kämmen und ich durfte auch mit dem mit einem Haushaltpapier umwickelten Finger seine furchtbar schmutzigen Ohren putzen.

Fressen mochte er immer noch gerne sein supplementiertes Rohfleisch und auch die grossen Cosequin Kapseln die ich im seit etwa Mai gab, schluckte er problemlos mit etwas Hack, Kalbfleischwurst oder Pouletfleich.

 

Ich überlegte hin und her mit welcher Strategie ich ihn am besten einfangen konnte um ihm in die Tierklinik zu bringen. Ich hatte immer noch die schlimme Einfang-Aktion vor einem Jahr im Kopf wo er am Fenstergitter hing voll in Panik. Irgendwie schien nichts machbar und die Hinkerei wurde immer schlimmer, bis anfangs Juli seine Hinterbeine fast gelähmt waren und er sie manchmal hinter sich herzog.

Trotzdem schleppte er sich täglich noch die Treppen hoch. Tagsüber lag er gerne am Boden auf einem Mätteli, das ich ihm unter den Gartentisch legte. Sein Pipi liess er oft einfach fahren während des Laufens.

Ebenfalls schien der Kotabsatz unkontrolliert zu funktionieren.

 

Ich gab ihm nun täglich  Schmerzmittel und holte eine Lebendfalle, die ich im Katzenzimmer aufstellte, in der Hoffnung, dass er da mal von selber reinkriecht. Doch das funktionierte nicht. Auch nicht den Transportkorb, den ich draussen auf der Terasse aufstellte. Alle andern Katzen gingen rein, doch Mauzi nicht.

 

Am Dienstag, 20. Juli - viel zu spät - fasste ich endlich den Entschluss das Einfangprojekt am nächsten Tag zu starten und hoffte auf ein Wunder. Vom TA hatte ich dafür Aphenylbarbit 15 mg bekommen, von dem ich im am Mittwoch morgens um 07.00h 2 Stück verabreichte. Nach einer halben Stunde war er noch total wach und aktiv, so dass ich ihm ein drittes und nach einer Stunde noch ein viertes mit Hack anbot.

Langsam war ich am verzweifeln. Als ich ihn sanft im Nacken fassen wollte robbte er weg und schrie wie am Spiess.

 

Ich telefonierte rum um jemand zu finden, der ihn mit einem Kätscher fangen sollte. Endlich geriet ich an den Tierrettungsdienst (wieso kam mir dieser rettende Gedanke nicht früher???).

 

Die Fahrerin kam nach kurzer Zeit und wir konnten Mauzi ohne grossen Stress einfangen. Wieso, wieso, habe ich das nicht schon längst so geplant.

 

Mauzi und ich fuhren ins Tierspital wo ich ihn als Notfall angemeldet hatte. Wir wurden sofort von einer netten TÄ empfangen die Mauzi kurz in der Box untersuchte und mit über ihn ausfragte.

 

Sie machte mir keine grossen Hoffnungen. Mauzi wurde vorerst mal geröntget. Jedoch kam nix raus, was die Ursache seiner Lähmung sein könnte , wie schon beim Röntgen vor einem Jahr bei seiner Zahnsanierung. Sein Herz war vergrössert und sein Mäulchen hinten in einem desolaten Zustand. Er musste ziemliche Schmerzen leide und hat trotzdem so gut gefressen. Bei der Zahnsanierung wurden wohl grad nur die Zähne angeschaut und die Entzündung im Rachen wurde entweder übersehen oder war noch nicht vorhanden.

 

Die Blutwerte waren alle ok.  Als weiterer Schritt wurde für Mauzi ein MRI-Termin für Fr 10h gebucht.  Dazu wurde er narkotisiert. Er hatte schon am Mittwoch eine Infusion im Vorderbein wo er Flüssigkeit und Schmerzmittel bekam. 

Ich besuchte ihn am Do nachmittag und brachte ihm ein bisschen Hack, das er gerne annahm. Er freute sich sichtlich über meinen Besuch und schnurrte in seiner Box. Er tat mir so leid....

 

Am Freitag wartete ich mit wenig Hoffnung  auf die Rückmeldung der TÄ.

Der Befund liess mich dann in tiefes Loch der Trauer und Hilflosigkeit sinken.

 

Mauzi hatte die kleine Narkose nur knapp überlegt. Sein Herzchen stand einen Moment still, doch man konnte ihn wieder holen.

Diagnose Arachnoides Divertikel im Rückenmark. Die Sauerstoffzufuhr wurde dadurch beieinträchtigt und die Nerven zu den Hinterbeinen abgeklemmt.

 

Ob eine OP in diesem Stadium noch helfen würde die Nerven zu aktivieren war fraglich und wenn doch, würde er die Narkose überhaupt überleben. Und wie sollte eine anschliessende Physiotherapie bei einem Kater, der sich nur von mir anfassen liess und dies auch nicht überall, gemacht werden.

Und dann war ja noch sein Mäulchen, das ihn schmerzte.

 

Schweren Herzens entschloss ich mich, Mauzi noch an diesem Freitagnachmittag zu erlösen.

 

Der Entscheid ist mir sehr schwer gefallen und ich mache mir immer noch grosse Vorwürfe, dass ich nicht schon früher auf die Idee des Tierrettungsdienstes gekommen bin.

 

Mauzi es tut mir so leid, bitte verzeih mir.

 

Mauzi ist ganz friedlich eingeschlaen